beuys_trailer_german_deutsch_2017

Andres Veiel legt mit “Beuys” die erste Kino-Dokumentation über den großen Aktionskünstler und Kunsttheoretiker Joseph Beuys vor. Der Sichtungsaufwand für den Film war enorm, insgesamt dauerte die Arbeit an dem vielschichtigen, kunstvoll montierten Werk drei Jahre. Es hat sich gelohnt: „Beuys“ ist eine gehaltvolle, handwerklich herausragend umgesetzte und immer wieder auch unterhaltsame Annäherung an den Jahrhundertkünstler. Veiel beleuchtet Beuys facettenreich und mit Hilfe einer Fülle an spannenden Archivaufnahmen und raren Bildern, viele davon bisher unveröffentlicht.

Er gilt einer der größten Künstler und Kunsttheoretiker des 20. Jahrhunderts, der zeitweise sogar größer als Andy Wahrhol war und mit seinen spektakulären Aktionen für Aufsehen sorgte: Joseph Beuys. Gerade durch jene Aktionskunst ging Beuys, der auch Mitglied der Grünen war, in die Geschichte ein. So brachte z.B. in einem Raum fünf Kilo Butter an und nannte sein Werk später „Fettecke“, er pflanzte in Kassel tausende Eichen und erklärte in den 60er-Jahren einem toten Hasen die Bedeutung einiger Bilder – während sein Gesicht mit Blattgold und Honig übersät war. Geprägt wurde der in Krefeld geborene Künstler auch von seinen Erlebnissen im Zweiten Weltkrieg. Als Bordfunker wurde er 1944 über der Krim abgeschossen. Regisseur Andres Veiel lässt in seiner Doku vor allem Beuys selber zu Wort kommen – anhand unzähliger Ton- und Bilddokumente.

„Beuys“ ist die erste Kino-Doku über den großen Künstler, der einst auch als Professor an der Düsseldorfer Kunstakademie lehrte. Andres Veiel sichtete für den Film 400 Stunden Archivmaterial, über 20.000 Fotos und knapp 300 Stunden Tondokumente. Drei Jahre dauerten die Arbeiten an dem Film, in deren Verlauf der Filmemacher 60 Zeitzeugen interviewte: ehemalige Weggefährten, Freunde, Künstlerkollegen und Studenten von Beuys. Bekannt wurde Veiel durch seine Polit-Doku „Black Box BRD“ (2001). Bis heute zählt „Black Box BRD“ zu jenen Kino-Dokumentationen, die am häufigsten im TV ausgestrahlt wurden.

Deutschland 2017, Regie: Andres Veiel, mit Joseph Beuys, Caroline Tisdall, Rhea Thönges-Stringaris, Johannes Stüttgen, Klaus Staeck, 107 Minuten, freigegeben ohne Altersbeschränkung