Mo 29. Januar 2018 19:30
Di 30. Januar 2018 20:00

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Der Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Ausschwitz (27.1.1945) wurde 1996 in der BRD als Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus ins Leben gerufen.

Aufwühlend erzählt Regisseur Claus Räfle mit seinem außergewöhnlichen Dokudrama die wahre Geschichte von vier jüdischen Jugendlichen, die sich während des der NS-Zeit in Berlin erfolgreich ihrer Deportation widersetzten. Stilistisch verknüpft sein mutiges, hoch-emotionales Historienkino geschickt Interviews der überlebenden Zeitzeugen mit fesselnden Spielfilmszenen des wenig bekannten Kapitels jüdischen Widerstands. Unterstützt wird der Grimmepreisträger dabei von einer Riege von Nachwuchstalenten, angefangen von Max Mauff über Alice Dwyer, Aaron Altares bis hin zu Ruby O. Fee. Aber auch der Rest des Ensembles überzeugt.

Berlin, 1943. Das Nazi-Regime hat die Reichshauptstadt offiziell für „judenrein“ erklärt. Doch einigen gelingt Unvorstellbares. Sie entkommen den grausamen NS-Behörden. Sie verstecken sich, tarnen sich, tauchen im Untergrund ab. Oft ist es pures Glück und ihre jugendliche Unbekümmertheit, die sie vor dem gefürchteten Zugriff der Gestapo in der Anonymität der Großstadt bewahrt. Nur wenige Vertraute wissen von ihrer wahren Herkunft. „Schlank wie ein Reh und so hübsche dunkle Augen. Wie bei einer Jüdin“, sagt der glatzköpfige Wehrmachtsoffizier zur jungen Arzttochter Ruth Arndt (Ruby O. Fee), die ihm gerade etwas Wein nachschenken will.

Die Stimmung am Tisch ist ausgelassen, die SS-Schergen haben ihre Hemdkragen geöffnet, es werden Zigarren gepafft. Der kurze, angespannte Moment verstreicht, dann antwortet Ruth geistesgegenwärtig: „Ich dachte, es gibt keine Juden mehr in Berlin“. Die Runde lacht. Ihre Freundin Ellen (Victoria Schulz) verfolgt die Szene mit Schrecken. Beide sind Jüdinnen, zwei von 7000, die sich der Deportation widersetzen konnten, sich versteckten oder eine andere Identität annahmen. Zu Unsichtbaren wurden. Bevor an eine Flucht aus Deutschland zu denken ist, tarnen sich die beiden jungen Frauen als Kriegswitwen. In der Wohnung des NS-Offiziers Oberst Wehlen (Horst Günter Marx) servieren sie bei geheimen Treffen Schwarzmarkt-Delikatessen.

Deutschland 2016, Regie: Claus Räfle, Mit: Max Mauff, Alice Dwyer, Ruby O.Fee, Aaron Altaras, Victoria Schulz, Florian Lukas, Andreas Schmidt u.A., 106 Minuten, FSK 12