Mi 23. August 2017 19:30

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Klug verpackt die dänische Regisseurin Lone Scherfing in ihr einmaliges, historisches Drama mit satirischen Screwball-Elementen eine Geschichte weiblicher Emanzipation. Basierend auf Lissa Evans' Roman „Their Finest Hour and a Half“ nutzt ihre Heldin im Kriegsjahr 1940 in London ihre Chance. Sie macht sich durch einen eigenen Job nicht nur unabhängig, sondern sorgt mit ihrer Arbeit dafür, dass Frauen auf der Leinwand nicht nur dekoratives, männliches Anhängsel sind. Etwas, das bis heute in Hollywoodfilmen immer noch nicht selbstverständlich ist.

London, 1940. Lässig sitzt der zynische Drehbuchautor Tom Buckley (Sam Claflin) mit der jungen Catrin Cole (Gemma Arterton) nach ihrem Vorstellungsgespräch im britischen Informationsministerium beim Kaffee. Ohne Umschweife erklärt er der Überraschten, warum sie überhaupt angeheuert wurde. „Sie würden den Schmalz schreiben“, meint er herablassend über ihren Beitrag zum Skript eines Propagandafilms, um der Nation in Kriegszeiten wieder Mut und Hoffnung zu geben. Die „weibliche Note“ ist gefragt. Vor allem die zögernden Amerikaner sollen dadurch über ihre Frauen zum Kriegseintritt bewegt werden.

„Keine Nennung im Abspann“, schiebt Buckley noch hinterher. Und sein Kollege Raymond Parfitt (Paul Ritter) gibt zu verstehen: „Wir können ihnen nicht so viel zahlen wie den Männern“. Doch Catrin lässt sich nicht abschrecken. Schließlich braucht sie das Geld. Denn ihr Lebensgefährte Ellis (Jack Huston), ein mittelloser Künstler, der verwundet aus dem spanischen Bürgerkrieg zurückkam, kann sie beide nicht über Wasser halten. Die Geschichte über die Zwillingsschwestern Lily und Rose (Francesca und Lily Knight) ist ihre große Chance. Die beiden Frauen waren mit dem Boot ihres Vaters in See gestochen, um bei der Evakuierung der Soldaten in Dünkirchen zu helfen.

Großbritannien 2016, Regie: Lone Scherfig, mit Gemma Arterton, Sam Claflin, Bill Nighy, Jack Huston, Jeremy Iron, Helen McCrory, Amanda Posey, Finola Dwyer, 117 Minuten, FSK 12