Di 19. Dezember 2017 20:00

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Was für eine Liebesgeschichte – verhalten und doch romantisch, langsam und doch packend, märchenhaft und doch realistisch. Und das an einem Ort, wo Liebe gar nicht möglich scheint: in einem Schlachthof, diesem archaischen, blutgetränkten Ort, in dem es so pragmatisch zugeht und gewissenhaft die Vorschriften beachtet werden. Die ungarische Regisseurin Ildikó Enyedi („Mein 20. Jahrhundert“) zeigt darum zunächst, was das bedeutet: Rinder werden in einem Eisengitter festgezurrt, getötet, ausgeblutet, gehäutet, zerschnitten. Authentische, manchmal schwer zu ertragende Bilder, die im Gegensatz zum idyllischen Beginn des Films stehen. Da schweift ein Hirsch mit großem Geweih durch einen schneebedeckten Wald, säuft an einem Fluss und erblickt eine Hirschkuh, der er sich kaum zu nähern traut.

Liebe am Arbeitsplatz? Doch die gibt’s. Viele Paare kommen sich zwischen Büro und Teeküche näher. In einem Schlachthof aber scheinen Romanzen ganz unmöglich. Und doch erzählt die ungarische Regisseurin Ildikó Enyedi eine bezaubernde Liebesgeschichte. Und gewann damit den Goldenen Bären der diesjährigen Berlinale.

Ungarn 2017, Regie:  Ildikó Enyedi, Mit: Alexandra Borbély, Géza Morcsányi, Réka Tenki, 116 Minuten, FSK 12