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Die selbstverwaltete „Schule für Erwachsenenbildung“ (SFE) in Berlin-Kreuzberg ermöglicht jungen Menschen auf dem zweiten Bildungsweg die Prüfungsvorbereitung auf den mittleren Schulabschluss und das Abitur. Alexander Kleider, selbst Absolvent der SFE, porträtiert den Schulalltag in seinem Dokumentarfilm „Berlin Rebel High School“, wobei neben unbeschwerten Momenten auch Knatsch nicht ausbleibt. Die Diskussion um eine Reform des Bildungssektors regt die herkömmlich gefilmte Doku mit vielen inhaltlichen Anknüpfungspunkten an – und gefällt mit den grundsympathischen Protagonisten. Die Wiesbadener Filmbewertungsstelle verlieh dafür das Prädikat „Besonders Wertvoll“, zudem erhielt der Film 2017 eine Nominierung beim Deutschen Filmpreis.

Alexander ist Anfang zwanzig und hat schon mehr als zehn Schulen besucht, überall gab es Ärger, denn mit Autoritäten kommt er nicht klar. Lena schmiss die Schule für eine Flucht aus ihrem einengenden Heimatdorf, und Hanil aus Aachen war zu faul und bekifft, um das Abi zu schaffen. Die drei Teenager und ihre Mitschüler wollen die Hochschulreife nun nachholen und besuchen die Kreuzberger „Schule für Erwachsenenbildung“, wo engagierte Lehrer sie auf die Prüfungen vorbereiten.

Das Besondere an der 1973 gegründeten SFE ist die Selbstverwaltung: 142 Euro Schulgeld pro Schuljahr sichern der Bildungsanstalt finanzielle Unabhängigkeit. Die Angestellten von der Bürokraft bis zum Lehrer erhalten einen Bruttostundenlohn von 12,50 Euro, die Schüler dürfen auf den Vereinsversammlungen mitbestimmen. Noten gibt es in dem anti-autoritären Bildungsverein nicht, auch keinen Direktor, dafür Feedbackrunden und einen persönlichen Kontakt zum Lehrpersonal. Die Prüfungsvorbereitung findet zwischen Graffitis und dem Hund der Klassenkameradin statt.

Deutschland 2016, Regie & Drehbuch: Alexander Kleider, mit: Hanil Altunergil, Alex Bäke, Lena Christof, Florian Geissler, Mimy Girnstein, Marvin Metag, Klaus Trappmann, Beate Ulreich, 91 Minuten, freigegeben ohne Altersbeschränkung